Die Lokale Agenda 21 auf dem Stadtfest 2016

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Mit einem Solarkocher weckte die Lokale Agenda 21 die Aufmerksamkeit der Besucher des Stadtfestes in Pulheim am 02.07.2016. Nach eher verhangenem Himmel am Morgen erlaubten zunehmende Aufheiterungen am Nachmittag doch noch die Verteilung von sonnengebratenen Würstchen an die Besucher.

Ein Solarkocher ist eine Vorrichtung, um aus der Energie der Sonnenstrahlung Wärme zu erzeugen. Die Einstrahlung wird im Brennpunkt eines Hohlspiegels gebündelt. Solarkocher eignen sich beispielsweise zum Abkochen von Wasser, zum Erwärmen von Speisen, zum Kochen, Braten, Backen, Grillen oder Frittieren oder als kleine Garküchen unter freiem Himmel. Da Solarkocher mit relativ geringem Materialaufwand hergestellt werden können und keinen Brennstoff verbrauchen, werden sie als Lösung vieler Probleme, gerade in ärmeren Regionen der Welt, gesehen. In Regionen mit wenig sauberem Trinkwasser kann ein Solarkocher zur Entkeimung eingesetzt werden.

Weiterhin warb die Lokale Agenda 21 mit folgenden Projektideen um neue Mitglieder:

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Stopp TTIP - Keine Zeit für den Protest von 1.600.000 Bürgern?

Über 3.300.000 Bürger in Europa haben gegen das geplante Freihandelabkommen unterschrieben. Ungefähr die Hälfte davon in Deutschland. Aber trotz Massenprotest letzten Oktober in Berlin und Unterschriftenflut - die Kanzlerin hat angeblich Wichtigeres zu tun, als die Unterschriften von mehr als 1.600.000 Bürgern entgegen zu nehmen. f88d710676

Indessen geht die Geheimniskrämerei um die Inhalte des Abkommens weiter. Seit 1. Februar 2016 weht ein Hauch von Transparenz im Bundeswirtschaftsministerium. Dummerweise darf der Hauch den eigens dafür geschaffenen Leseraum unter Androhung von Strafe aber auf keinen Fall verlassen! Die Arbeitsplätze und der zeitliche Zugang sind begrenzt, Handys müssen draussenbleiben, fotografieren und kopieren ist nicht erlaubt und vor allem dürfen die Abgeordneten hinterher mit Niemandem über die eingesehenen Inhalte reden. Bei so viel Transparenz ohne Möglichkeit zur Transpiration fragt die ZEIT rhetorisch: "Ist das einer modernen Demokratie würdig?" und befindet die Regelungen für den Hochsicherheitstransparenzraum als "hochgradig lächerlich".

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Informationen über das globale Knebelabkommen für den Welthandel finden Sie überall im Netz z.B. auf

Stopp TTIP! Europäische Bürgerbewegung

Corporate Europe Observatory (englisch)

Campact Bundesweite Kampagneplattform

mehr-demokratie.de und bei hunderten Initiativen mehr.

Eine Übersichtsstudie gibt es als Download bei Campact. Über die "transatlantische Lobbyzusammenarbeit" informiert eine neue Studie, die Sie bei Lobbycontrol herunterladen können. Hier gibt es auch einen Lobbypedia-Eintrag, in dem eine Vielzahl von Pro und Contra Studien und eine Chronik der Verhandlungen aufgelistet werden.

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Kinderspielplätze in Gefahr

Zahlreiche Kinderspielplätze wurden in Pulheim in den vergangenen Jahren aufgegeben und einer Wohnnutzung zugeführt. In einigen Fällen erfolgte zunächst eine Umwandlung in eine Grünfläche. Die Begründung, unterstützt durch fachliche Aussagen des städtischen Jugendamtes, lautete stets, dass ein Bedarf nicht mehr bestehe. Dabei liegt der Bestand an Kinderspielplätzen mit einer Gesamtfläche von ca. 100.000 qm in Pulheim nicht sonderlich hoch. Nach den Planungsrichtwerten des Landes NRW (2,4 bis 4,6 qm/Einwohner, abhängig von der Einwohnerdichte, in Pulheim wird der Wert 2,4 zugrunde gelegt) ergibt sich vielmehr ein Fehlbedarf von ca. 25.000 qm.

Nun ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich in älteren Baugebieten aufgrund gleichzeitig erfolgter Besiedlung mit der Zeit ein deutlicher Wandel der Altersstruktur und damit eine Abnahme der relevanten Kinderzahl (0 – 14 Jahre) ergeben kann. Unberücksichtigt bleibt allerdings dabei, dass durch Zuzug jüngerer Familien auch wieder ein umgekehrter Wandel der Altersstruktur entsteht, mit der Folge eines neuerlichen Bedarfs an Kinderspielplätzen. Nach Privatisierung und Bebauung stehen dann entsprechende Flächen nicht mehr zur Verfügung. Sinnvoller wäre unter diesem Gesichtspunkt die Beibehaltung solcher Flächen in öffentlicher Hand und eine vorübergehende Nutzung, beispielsweise als Bürgerpark.

Als Fallbeispiel sei hier ein Vorgang erwähnt, der im vergangenen Jahr Politik und Öffentlichkeit beschäftigte und unter  Beteiligung der Agenda und letztlich mit Unterstützung aller Ratsfraktionen zu einem positiven Ende im Sinne von Nachhaltigkeit geführt werden konnte. Es handelte sich um einen Spielplatz, Größe ca. 350 qm, in einem Baugebiet aus den 70er Jahren an der Liethenstraße im Ortsteil Dansweiler. Nach Vorlage der Verwaltung sollte der Platz, der vor einigen Jahren in eine Grünfläche umgewandelt worden war, veräußert und mit einem Wohnhaus bebaut werden.

Die zusätzliche herangezogene Begründung, es handele sich hierbei um eine sinnvolle und notwendige städtebauliche Verdichtung, kann angesichts der Tatsache, dass es sich ja um ein einziges Wohnhaus handeln sollte, getrost als euphemistisch (= beschönigend) abgetan werden. Im Gegensatz zu neueren Baugebieten ist das in Frage stehende Baugebiet mit relativ kleinen Grundstücken und einer durchgehenden Reihenhausbebauung bereits als verdichtet anzusehen und erhielt bei seiner Entstehung durch insgesamt drei in das Gebiet integrierte Spielplatzflächen eine gewisse Auflockerung und Aufwertung.

Entscheidend war dann aber neben dem Argument einer möglichen späteren Rückverwandlung schließlich das Angebot einer Bürgerinitiative der Nachbarschaft, Verantwortung und Kosten der Pflege des Platzes in Patenschaft zu übernehmen und vertraglich zu regeln. Außerdem die Idee, hier nach dem Vorbild anderer Städte ein Model des sog. Urban Gardening zu realisieren, bei dem in einem frei zugänglichen Garten gemeinsam gegraben, gepflanzt und geerntet werden kann, besonders unter Beteiligung und zur pädagogischen Förderung von Kindern (siehe hier).

Nachdem im vergangenen Jahr zwei weitere Spielplätze in Pulheim in Bauflächen umgewandelt wurden, wohl der Preis für die Rettung des vorgenannten Platzes, sind zurzeit keine Plätze durch ähnliche Absichten gefährdet. Es heißt hier aber für die Zukunft wachsam zu sein. Bei weiteren Fällen könnte das positive Beispiel aus Dansweiler hilfreich sein.

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Repariert statt weggeworfen!

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Einen guten Überblick über die wachsende Reperaturkultur in Deutschland und die Arbeit einzelner Repair-Cafés finden Sie in einer lesenswerten Darstellung unter Netzwerk Reperatur-Initiativen.

Das zweite Repair-Café in diesem Jahr fand am 30. April im Kinder- und Jugendhaus ZAHNRAD in Brauweiler statt. Defekte Elektrogeräte, Fahrräder, Kleidung, Holzspielzeug und einiges mehr konnten vorbei gebracht werden, um diese zusammen mit unseren fachkundigen Helfer*innen auf ihre Reparierbarkeit zu prüfen. Die Reparatur von Fahrrädern und Upcycling von Kleidung bildeten an diesem Tag  einen Schwerpunkt. Unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! hatten sich diesmal wieder 36 Besucher mit einem ihrer liebgewonnenen, aber reparaturbedürftigen Gegenstände angemeldet. Ungefähr der Hälfte konnte mit Rat und Tat vor Ort geholfen werden, bei zwei Geräten muss erst ein Ersatzteil bestellt werden. In den anderen Fällen hätte die Reparatur den vorhandenen Zeitrahmen des Reparatur-Cafés deutlich überschritten bzw. in zwei Fällen konnte der Fehler nicht gefunden werden.

RepairCafe Open

Bitte beachten Sie unsere "Spielregeln" wenn Sie sich für eines unserer nächsten Repair-Café Termine anmelden möchten: Der Besuch des Repair-Cafés ist kostenlos - Sie dürfen aber natürlich jederzeit für unser Projekt spenden!

Um längere Wartezeiten zu vermeiden vergeben wir 30-Minuten-Termine. Innerhalb dieser Zeit versuchen unsere fachkundigen Reparateur*innen festzustellen, welcher Defekt repariert werden muss. Je nach Art und Umfang des Defektes kann die Reparatur direkt im Repair-Café erfolgen. Ist ein Teil defekt und muss ersetzt werden, versuchen wir noch vor Ort zu klären, ob es lieferbar ist. Wenn sie sich das Ersatzteil besorgen, dann kann es beim nächsten Termin bei uns oder bei einem anderen Repair-Café in Ihrer Nähe eingebaut werden. 

Wenn sich das Öffnen des Gerätes als sehr aufwendig erweist oder länger als 30 Minuten dauern würde, versuchen unsere Helfer*innen zumindest eine Einschätzung über das weitere Vorgehen bzw. die vermutlichen Erfolgsaussichten der Reparatur zu geben. Wenn ihr Gerät nicht repariert werden kann, müssen Sie es wieder mit nach Hause nehmen - wir suchen aber auch hierfür nach einer fachgerechten Lösung, um die Materialien dem Wertstoffkreislauf wieder zuzuführen.

Teilen Sie uns mit, wenn bereits ein Reparaturversuch unternommen wurde bzw. eine Fehlervermutung vorliegt. Insbesondere wenn Ihr Gerät geöffnet und - teilweise - zerlegt wurde, sagen Sie uns bitte vorher Bescheid, damit unsere Reparateure von Anfang an eine realistische Reparaturempfehlung geben können. Ach ja: Unsere Reparateure*innen freuen sich, wenn sie Ihr Gerät z.B. Staubsauger nicht erst aufwendig säubern müssen, bevor sie loslegen können!

Aufgrund der vielen Anfragen können wir bisher nur ein "Gerät pro Person" annehmen. D. h. wenn Sie mehrere defekte Geräte haben, müssen Sie je nach Auslastung des Repair-Cafés warten oder einen weiteren Termin vereinbaren.

Damit wir in diesem Jahr noch mehr Reparatursuchenden in unserem Repair-Café weiterhelfen können, sind fachkundige Helfer*innen jederzeit herzlich willkommen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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2015 - Bücherspende zum Thema "Holz - unverzichtbare Ressource"

Wie schon in den voran gegangenen Jahren konnte sich die Stadtbibliothek Pulheim wieder über ein Bücherpaket der Lokalen Agenda 21 in Pulheim im Wert von etwa 100 Euro zum Nikolaustag freuen: 
Holz ist als Bau-, Werk- und Brennstoff seit alters her unentberlich. In der globalisierten Gesellschaft erlebt die "Resource Holz" eine vielfältige Renaissance (Radkau). Aber der Regenwald als "Holzlieferent" ist stark gefährdet. Zum einen verschwinden immer größere Flächen des Tropische Urwaldes, um Platz zu machen, für Rinderherden, Soja- und Palmölplantagen. Auf der anderen Seite sind die Folgen des Klimawandels für den Regenwald nicht im mindesten absehbar. Ein "Endspiel" (Martin) hätte daher nicht nur für den Regenwald katostrophle Auswirkungen, sondern auch für die gesamte Menschheit. Nikolaus2015 1

Wir brauchen das Ökosystem Wald - artenreiche, naturnahe Mischwälder zwingend zum Überleben. Aber auch die Zukunft des heimischen Waldes ist ungewiss, zumal er durch die Verwertungsinteressen einer beachtlichen Lobby bedroht ist. Aber wie kann der Wald gerettet werden? Der Eine (Meister) dokumentiert die Veränderungen und Fehlentwicklungen die durch Forstwirtschaftler, Bürokraten und Jägern hervorgerufen werden. Die Anderen (Buchprojekt Hambacher Forst) bauen Baumhäuser, um die Abholzung eines europaweit einzigartigen Ur-Waldes durch RWE zu verhindern. 

Die Bücher wurden Herrn Dipl. Bibl. Manfred Gerten in den Räumen der Stadtbibliothek durch den Vorsitzenden der Lokalen Agenda Dr. Walter Jakobi überreicht und sind schon bald in der Ausleihe verfügbar: Nikolaus2015 2


Joachim Radkau: Holz - wie ein Naturstoff Geschichte schreibt 

Claude Martin: Endspiel
Georg Meister: Die Zukunft des Waldes 
Buchprojekt Hambacher Forst (Hg): Mit Baumhäusern gegen Bagger 

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